Die meisten Shops für Tanzschuhe funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Schuhe im Ausland einkaufen, ins Sortiment aufnehmen und weiterverkaufen. Das Angebot ist bei vielen Anbietern ähnlich, der Unterschied liegt meist nur beim Preis und bei der Liefergeschwindigkeit.
HeelsHub hat einen anderen Weg eingeschlagen und eine eigene Produktion aufgebaut. Für Pole Dance wurde das Unternehmen ausserdem offizieller Händler von Pleaser, einer etablierten Marke in diesem Bereich. Mit einer eigenen Marke gegen einen anerkannten Standard zu konkurrieren, wäre wenig sinnvoll gewesen.
Das Konzept hat sich so gut entwickelt, dass die Marke inzwischen über die Ukraine hinausgewachsen ist und mit HeelsHub Germany einen eigenen deutschen Shop betreibt – obwohl es in Europa bereits zahlreiche Anbieter von Tanzschuhen gibt.
Das zeigt: Der Erfolg lässt sich nicht allein über den Preis erklären. Entscheidend ist vielmehr der gesamte Ansatz.
Eigene Produktion: Was macht den Unterschied?
Massenproduzierte Schuhe werden in der Regel nach standardisierten Leisten gefertigt. Genau darin liegt eines der grössten Probleme. Füsse sind unterschiedlich: Manche haben eine schmale Ferse, andere einen hohen Spann oder einen breiteren Vorfuss. Bei einer standardisierten Produktion lässt sich das nur begrenzt berücksichtigen. Das Ergebnis: Der Fuss rutscht im Schuh oder der Zehenbereich sitzt zu eng.
HeelsHub fertigt seine Schuhe in Handarbeit in der eigenen Produktion in Dnipro. Der Unterschied zeigt sich in vielen Details:
- Die Sohle ist für das Tanzen ausgelegt. Sie besteht aus einem weichen Material, das ausreichend Grip bietet und gleichzeitig Drehungen nicht behindert. Eine solche Sohle findet man bei normalen Strassenschuhen in dieser Form kaum.
- Die Standardhöhe liegt bei 9 cm, einige Modelle gibt es auch mit 10 cm. Bei der Absatzform stehen zwei Varianten zur Auswahl: Stiletto und Block-/Kelchform. Die breitere Form bietet mehr Stabilität und wird deshalb häufig von Einsteigerinnen gewählt. Jedes Paar wird separat geprüft, weil die Schuhe für intensives Training und nicht für Spaziergänge entwickelt wurden.
- Zum Einsatz kommen natürliche Materialien wie Leder, Lack und Veloursleder, die sich nach einigen Trainingseinheiten an den Fuss anpassen. Zusätzlich gibt es eine Vegan-Linie aus Kunstleder.
- Die Passform und Fixierung unterscheiden sich je nach Modell. Queen Heels verfügt beispielsweise über eine doppelte Fixierung, Berlin über Einsätze aus 3D-Mesh. Auch der Grad der Offenheit unterscheidet sich von Modell zu Modell.
- Das Gewicht wird möglichst gering gehalten, damit die Füsse auch bei Trainingseinheiten von einer bis anderthalb Stunden nicht unnötig belastet werden.
Diese Details sind nicht zufällig entstanden. Die Gründerinnen tanzen selbst und kennen die Belastungen aus eigener Erfahrung. Deshalb wird die Konstruktion der Schuhe an realen Anforderungen ausgerichtet – und nicht nur an einer möglichst attraktiven Optik im Katalog.
Pleaser für Pole Dance: Warum Vertrieb statt Eigenproduktion?
Mit der eigenen Produktion deckt HeelsHub den Bereich High Heels ab. Doch Tanz mit hohen Absätzen ist nicht die einzige Disziplin. Pole Dance ist ein weiterer wichtiger Bereich – und dort gelten ganz andere Anforderungen.
Pole-Schuhe benötigen eine Plattform, eine für den Kontakt mit der Metallstange geeignete Oberfläche und eine Konstruktion, die auch bei Drehungen das Körpergewicht zuverlässig trägt. Deshalb wurde HeelsHub offizieller Händler von Pleaser, einer US-amerikanischen Marke, die seit 1993 zu den etablierten Namen im Pole-Dance-Bereich gehört.
Im Sortiment finden sich die gängigen Absatzhöhen:
- „Doubles“ – 7 cm Plattform und 17 cm Absatz, eine gute Option für den Einstieg.
- „Triples“ – 8 cm Plattform und 20 cm Absatz, für Tänzerinnen, die bereits sicher auf hohen Schuhen stehen.
- Höhere Modelle – Plattformen ab 9 cm und Absätze ab 23 cm, die häufiger für Bühne und Wettbewerbe gewählt werden.
Dazu kommen verschiedene Schuhtypen: klassische Sandaletten, Boots mit stabiler Knöchelfixierung und Overknee-Modelle. Auch die wichtigsten Serien sind vertreten – von Adore und Delight bis hin zu Sky, Flamingo und Beyond. Bei den Materialien reicht die Auswahl von Lack und Vinyl bis zu transparentem PVC.
Man muss also nicht einfach aus dem auswählen, was zufällig gerade auf Lager ist. Das Sortiment ist so zusammengestellt, dass es unterschiedliche Anforderungen abdeckt – vom ersten Training bis zum Auftritt auf der Bühne. Und zwar mit Originalprodukten statt Kopien.
Natürlich geht das Angebot noch weiter: Zubehör wie Ersatzriemen, Fixierungen und Fußschutz, Tanzbekleidung sowie Angebote für Wiederverkäufer und Gewerbekunden gehören ebenfalls dazu.
Doch die Antwort auf die Frage aus der Überschrift ist bereits klar. Mehr lesen
Die Position von HeelsHub basiert auf drei Dingen: eigene Produktion statt des reinen Weiterverkaufs fremder Ware, offizieller Vertrieb von Pleaser statt Kopien von Marktplätzen und ein Team, das selbst tanzt und deshalb weiss, wo Tanzschuhe in der Praxis an ihre Grenzen kommen.
Ein solches Konzept lässt sich nicht innerhalb einer Saison kopieren. Man kann zwar dasselbe Sortiment einkaufen. Eine eigene Werkstatt mit handgefertigten Schuhen und jahrelanger Erfahrung auf dem Tanzboden lässt sich jedoch nicht einfach mit einem Container importieren.





